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Orangerie

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Die Orangerie ist das Restaurant des Maritim Seehotels Timmendorfer Strand.

Das Restaurant

Name Orangerie
Straße Strandallee 73
Ort 23669 Timmendorfer Strand
Telefon 04503-605-2424
Fax 04503-605-2450
Email info.tim[at]maritim.de
Webseite www.orangerie-timmendorfer-strand.de

Wir besuchten das Restaurant am Sonntag zum Mittags Menü.

Das Menü (Download Orangerie.pdf)

  • Amuse bouche
  • Hummer mit Orangen-Gelee, Zuckerschoten und Sprossensalat
  • Consomme vom Perlhuhn mit Gänseleber Ravioli, Sot ly laisse und Waldpilzen
  • Loup de mer mit Branade und gegrilltem Gemüse im Bouillabaissesud
  • Zweierlei vom Hirsch mit karamelisiertem Rotkraut, Apfelspalten und Selleriepüree
  • Nougat-Haselnuss Delice mit Passionsfrucht und Guavensorbet
  • Feingebäck

Das 5 Gänge Menü kostet 69,00 €. Vor dem Essen wurde ein Brotkorb mit warmen kleinen (Vollkorn)- Brötchen gereicht. Dazu gab es einen Ziegenfrischkäse, Olivenöl und geröstete Sonnenblumen- und Kürbiskerne .

Das erste Amuse Bouche war eine Wachtelkeule mit Gänseleber auf Kartoffel- Gelee sowie eine Wachtelpraline mit Artischocke auf Kartoffel- Gelee. Beides lecker und aromatisch.

Das zweite Amuse Bouche waren drei Variationen vom Thunfisch. Rechts ein Tatar mit kleinen Croutons und einem Stück Orangenfilet. In der Mitte ein Carpaccio vom Thunfisch mit dünnen Fenchelstreifen. Links eine Terrine vom Thunfisch, eingewickelt in ein Noriblatt. Die Terrine war sehr gut abgeschmeckt mit einem intensiven Aroma. Daneben gab es noch einen Salat von Algen und Sesam der schön pikant abgeschmeckt war. Alles sehr lecker.
Beide Amuse Bouche waren jeweils Variationen vom gleichen Grundprodukt (Wachtel und Thunfisch), die unterschiedlich zubereitet und gewürzt waren. Eine gelungene Einstimmung auf die Hauptgänge.

Der Hummer mit dem Orangen- Gelee und dem Dressing ergab ein sehr harmonisches Geschmacksbild. Der Hummer selbst hätte für meinen Geschmack etwas zarter und aromatischer sein können, ich bin aber kein Fachmann für Hummer, meine Erfahrungen mit der Zubereitung von Hummer sind noch sehr begrenzt. Er wurde lauwarm bis kalt serviert. Als Beilage gab es noch Zuckerschoten und etwas Salat, dekoriert wurde mit ein paar Granatapfelkernen. Zu diesem Gang wurde eine Scheibe Brioche gereicht, sie war gut, erreichte aber nicht die Qualität wie im La Vie.

Die Consomme wurde am Tisch nach Servieren des Tellers angegossen. Sie war sehr kräftig aber auch sehr salzig, das überdeckte etwas den Fleisch / Geflügelgeschmack. Als Einlage gab es Waldpilze die aromatisch und von perfekter Konsistenz waren. Vom Perlhuhn gab es gebratene Sot ly laisse oder auch Pfaffenschnittchen die sehr zart waren. Das Gänseleber- Ravioli lag auf einem Bett aus grob gehacktem Fleisch bzw. Gemüse. Alles bis auf die etwas zu salzige Brühe sehr lecker.

Der Loup de mer war auf den Punkt gegart und sehr lecker. Die Brandade aus Taschenkrebs- Tatar war sehr gut und ergänzte das Aroma des Fisches. Die Bouillabaisse wurde nach Servieren des Tellers als Sauce angegossen. Sie hatte ein intensives Aroma von Anis bzw. Fenchel , dass aber als Sauce perfekt zum Fisch passte. Dekoriert war die Brandade mit einem Zweig Thymian und einem Stück kross gebratener Fischhaut. Als gegrilltes Gemüse gab es grüne und gelbe Zucchini und Paprika. Dieser Gang war große Klasse.

Als Zweierlei vom Hirsch gab es zwei Scheiben rosa gebratenen Hirschrücken und ein Hirsch- Medaillon. Das Hirsch- Medaillon war besonders zart und aromatisch. Dazu gab es als Bonus noch einen Hirschpfeffer der analog zum Hasenpfeffer aus Fleisch und Innereien ( Leber) bestand und traditionel mit Blut gebunden wird (ich bin mir aber nicht sicher ob dieser hier Blut enthielt). Das karamellisierte Rotkraut war sehr fein geschnitten und hatte eine perfekte Konsistenz, sehr aromatisch und lecker. Die Apfelspalten auf dem Hirschpfeffer waren nicht roh sondern mariniert, das sorgte für eine zusätzliche interessante Geschmacksnote. Das Sellerie- Püree war fein und aromatisch. Die Sauce wurde separat gereicht und vom aufmerksamen Service mehrmals auf Wunsch nachgegossen. Dekoriert war das Gericht mit ein paar Pfifferlingen und etwas Broccoli. Dieser Gang war ebenfalls große Klasse.

Zusätzlich zum Hirsch wurden ein paar Schupfnudeln separat als Beilage gereicht.

Als Einstimmung auf das Dessert gab es ein Guaven- Sorbet und ein Champagner-Süppchen mit einem Mandel- Espuma. Das Guaven- Sorbet war sehr aromatisch und hatte eine feine Textur, große Klasse. Ein ähnlich gutes Sorbet (Mango- Passionsfrucht) hatte ich bisher nur im Le Canard in Hamburg. Das Champagner-Süppchen war gut und enthielt noch etwas Melone und Birne. Das Mandel- Espuma war eigentlich eine mit Mandel aromatisierte Schlagsahne . Die Konsistenz war locker und cremig und deutlich besser als das Espuma im Brook, das ein etwas unangenehmes Mundgefühl hatte.

Das Dessert bestand aus einem Nougat- Haselnuss Törtchen das mit einer Passionsfruchtcreme bedeckt war, sehr lecker. Daneben gab es ein paar Würfel gegrillte Ananas und ein Guaven- Sorbet auf Ananas- Chutney. "Leider" war es das gleiche Sorbet wie beim Pre- Dessert, in dieser Qualität hätte ich gerne noch eine weitere Frucht probiert. Insgesamt war das Dessert große Klasse.

Anschließend gab es noch 5 kleine Pralinen. Unter anderem ein Aprikosen- Gelee, eine Vanille- Trüffel, einen Schokoladen- Biskuit und eine Pistazien- Makrone. Alles sehr lecker aber die Qualität der Pralinen im La Vie wurde nicht ganz erreicht.

Nach dem Menü gab es noch eine Auswahl Pralinen und Petit Fours.

Ich hatte bei der Onlinereservierung als Grund für den Besuch meinen Geburtstag angegeben. Als Überraschung gab es diese kleine Geburtstagstorte, eine sehr nette Aufmerksamkeit.

Zu dem Menü hatten wir eine Flasche Selters (0,75 l für 7,50 €), für ein Restaurant dieser Kategorie ein akzeptabler Preis.

Der Service war sehr freundlich und zuvorkommend. Die Orangerie bietet eine erstklassige Küche mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Chef de Cuisine ist Lutz Niemann. Nach dem Essen ergab sich noch die Gelegenheit mit Herrn Niemann ein nettes interessantes Gespräch zu führen, unter anderem über die Zubereitung von Hummer.

Die Orangerie belegt zur Zeit in Schleswig Holstein Platz 8 ( Restaurant Ranglisten) und hat einen Michelinstern.


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