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Alte Schule

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Die Alte Schule ist ein Restaurant und Hotel in Siek bei Ahrensburg. Das Gebäude wurde 1912 als Schulhaus erbaut und bis 1971 als Schule genutzt.

Das Restaurant

Name Alte Schule
Straße Hauptstraße 44
Ort 22962 Siek
Telefon 04107-877310
Fax 04107-8773119
Email info[at]alte-schule-siek.de
Webseite www.alte-schule-siek.de

Das Menü

  • Amuse bouche
  • Angebratenes Carpaccio vom Gelbflossenthunfisch mit gebackenen Tempuragarnelen auf Koreanderremoulade und Wakamesalat
  • Lauwarme Terrine vom geschmorten Kaninchen und San Daniele Schinken in Essenz von Frühlingsmorcheln
  • Pochiertes Freilandei auf weißem Stangenspargel mit Trüffelhollandaise und Wildkräutersalat
  • Gebratener Ibericoschweinerücken auf sämigem Bärlauchrisotto
  • Törtchen von weißer Callebautschokolade und Erdbeeren auf Pistaziencoulis mit Waldmeistereiscreme und kleinem Mojito Cocktail

Das 5 Gänge Menü kostet 55,00 € pro Person.

Vor dem Menü wurde ein Brotkorb ( Roggenbrot und Baguette), Joghurt, Olivenöl und Trüffel- Salz gereicht. Das Brot war lecker und auch das Olivenöl war von ausgezeichneter Qualität. Das Olivenöl stammt von der Ölmühle Olio Roi aus Ligurien. Das Carte Noir Öl wird nur aus der Taggiasca Olive hergestellt und ist auch nicht ganz billig (250 ml 12 €). Ich würde allerdings das Olivenöl aus dem Portomarin vorziehen.

Als Amuse Bouche gab es einen Königsberger Klops vom Kalb mit einer Kartoffel- Waffel (fast hätte ich das Foto vergessen). Obwohl ich Kapern eigentlich nicht mag war das aussergewöhnlich lecker. Der Königsberger Klops war sehr zart und locker und das Kapernaroma war nicht zu aufdringlich.

Die in Tempurateig frittierten Garnelen waren sehr zart und aromatisch. Die Koriander- Remoulade passte gut dazu und enthielt noch Würfel aus hartgekochtem Ei. Zum Gelbflossenthunfisch gab es noch eine ordentliche Portion Wasabi, der sich unter dem Salatblatt auf der Cocktailtomate versteckte und einen Wakamesalat. Es war eine recht scharfe Sorte Wasabi, eine kleine Warnung wäre nicht verkehrt gewesen. Dekoriert war das Gericht noch mit etwas schwarzem Sesam, ein paar Zweigen Schafgarbe (Achillea millefolium), einer Blüte vom Garten-Stiefmütterchen (Viola wittrockiana) und etwas Lachskaviar.
Ein vielfältiges Spektrum verschiedener Aromen, Texturen und Temperaturen, große Klasse, ein guter Anfang.

Die Essenz von Frühlingsmorcheln mit einer Einlage aus getrockneten Morcheln war sehr kräftig und aromatisch, mangels Erfahrung mit Morcheln fehlen mir aber Vergleiche. Die Kaninchen- Terrine war mit San Daniele Schinken umhüllt. Eigentlich ganz lecker, die Farce war aber recht fest. Dekoriert war das Gericht mit einer geschmorten Cocktailtomate und etwas Petersilie.

Der Spargel war schön aromatisch und ziemlich al dente (gerade noch OK). Der Wildkräutersalat enthielt neben Feldsalat und Schafgarbe auch Blutampfer (Rumex sanguineus). Blutampfer ist etwas milder als Sauerampfer (Rumex acetosa). Die Sauce Hollandaise enthielt eine ordentliche Portion Trüffel und hatte ein kräftiges Trüffelaroma. Das konnte man von dem darübergehobelten Sommertrüffel nicht behaupten, die Scheiben waren relativ geschmacklos. Das innen noch etwas flüssige pochierte Ei verband alles ganz gut miteinander. Dekoriert war das Gericht noch mit einer Blüte vom Garten-Stiefmütterchen und einer geschmorten Cocktailtomate. Sehr lecker.

Der Rücken vom iberischen Schwein war zart und saftig blieb aber geschmacklich etwas blaß, davon hatte ich mir mehr versprochen. Das Risotto war dagegen sehr gut und zusammen mit der aromatischen Bratensauce sehr lecker. Dekoriert war das Gericht mit einem Zweig Thymian, Rosmarin, Dill und Petersilie sowie einer geschmorten Cocktailtomate.

Das Dessert bestand aus 3 Teilen. Das Törtchen von weißer Callebaut Schokolade mit den Erdbeeren war sehr lecker, ein Pistazien- Coulis war mir allerdings nicht aufgefallen. Das Waldmeister-Eis war ebenfalls lecker, der Waldmeister war gut dosiert. Der Mojito Cocktail war dagegen relativ geschmacklos, ich hatte den Eindruck der helle Rum und der Limettensaft wurden vergessen. Dekoriert war das Dessert mit etwas Fruchtmark von Johannisbeere, Mango und Erdbeere, ein paar Johannisbeeren, einer Heidelbeere, einer Himbeere, etwas Minze und einem Schokoladenröhrchen. Das Schokoladenröhrchen war nur von mäßiger Qualität, wahrscheinlich ein zugekauftes Fertigprodukt. Das passte nicht ganz zum Anspruch des Restaurants.

Alternativ gab es ein warmes Schokoladenküchlein mit Erdbeeren das auch sehr lecker gewesen sein soll.

Zum Kaffee wurden ein paar Pralinen gereicht, nicht schlecht aber auch nichts besonderes.

Zu dem Menü hatten wir eine Flasche Gerolsteiner Sprudel und eine Flasche 2010 Scheurebe QbA vom Weingut Juliusspital aus Franken (24,00 €), ein schöner duftiger Wein.

Der Service war freundlich und zuvorkommend. Bis auf ein paar kleine Schwächen ein sehr schönes Menü, schade das die Küche nach dem sehr guten Auftakt (Amuse Bouche und Gelbflossenthunfisch) die Qualität nicht konstant halten konnte. Die Alte Schule hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Chef de Cuisine ist Kay Franze.

Die Alte Schule belegt zur Zeit in Schleswig Holstein Platz 18 (Restaurant Ranglisten).


Noch eine Ergänzung:
Der etwas geschmacklose Rücken vom iberischen Schwein hat mich doch geärgert und ich wollte es zum Vergleich selber probieren. Dazu habe ich bei Karstadt ein Stück Ibericorücken erworben (36 €/kg).

Dieses Fleisch hatte ich dort allerdings schon mit deutlich besserer Marmorierung gesehen. Das Fleisch habe ich nur mit Pfeffer und Salz gewürzt, in der Pfanne kurz angebraten und dann im Backofen fertiggegart.

  1. 15 min bei 150 C
  2. 30 min bei 100 C

Zur Kontrolle hatte ich ein Bratenthermometer benutzt und das Stück bei einer Kerntemperatur von 60 C herausgenommen und noch 5 min unter Alufolie ruhen lassen.

Der Garzustand war recht gut, ganz innen hätte es noch etwas Zeit gebraucht (vielleicht 62 - 63 C Kerntemperatur). Eine komplette Garung nach der Niedrigtemperaturmethode wäre sicher besser gewesen. Das Fleisch war zart und saftig, das Aroma war fein mit einer leichten nussigen Note. Es ist aber nicht so kräftig wie beim Jamón Ibérico Schinken.
Der Ibericorücken verträgt meiner Meinung nach keine kräftigen Beilagen damit sein Geschmack optimal zu Geltung kommt.


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