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Titus

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Das Restaurant Titus liegt in Hannover im Stadtteil Döhren in einer unscheinbaren Nebenstrasse. Von aussen sieht das Restaurant ebenfalls unscheinbar aus, man vermutet hier jedenfalls kein Restaurant mit 17 Punkten im Gault Millau.


Das Restaurant verfügt nur über einen Raum, an diesem Abend waren 22 Plätze eingedeckt.

Das Restaurant

Name Restaurant Titus
Straße Wiehbergstrasse 98
Ort 30519 Hannover
Telefon 0511-835524
Fax 0511-8386538
Email restaurant-titus[at]t-online.de
Webseite www.restaurant-titus.com

Das Menü (Menükarte als pdf)

  • Gänsestopfleber, Garnele & Räucheraal mit Heidelbeere & Kürbis
  • Confierte Tomate mit Kabeljau, Mozzarella, Blattspinat & Bärlauch
  • Tandoori gewürzter Steinbeisser mit Hummersauce, Erbsen, Silberzwiebeln & Meerrettich
  • Rücken vom australischen Wasserbüffel mit Raz el Hanout, Pfifferlingen & Bohnen
  • Brie de Meaux & Pfeffer-Peccorino mit Tomatenkonfitüre
  • Nougat-Lasagne mit Pflaumen & Schokoladeneis

Das große Degustationsmenü kostet 82,00 €.

Vor dem Menü wurde ein Brotkorb mit verschiedenen Broten und gesalzene Butter gereicht.

Es gab Ciabatta, ein Walnuss-Brot und ein Karotten-Gemüse-Brot, alles sehr lecker.

Als Amuse Gueule gab es leicht angebratenen Thunfisch in einem Pfeffermantel mit Wasabi und ein Lachs-Carpaccio mit Shimeji Pilzen. Beim Thunfisch dominierte der schwarze Pfeffer im Mund, durch das Lachs-Carpaccio wurde die Schärfe dann wieder weitgehend neutralisiert. Diese Reihenfolge, zuerst den Thunfisch und dann das Lachs-Carpaccio zu essen, wurde vom Service auch so empfohlen. Dekoriert war das Gericht mit ein paar Croutons und getrockneten Blüten.

Die Gänsestopfleber wurde als Mousse in einem extra Glas serviert. Das Mousse hatte ein feines Aroma war aber relativ fest. Die Garnelen waren auf den Punkt gegart und wurden von einem Kürbis-Kompott begleitet. Die Sauce dazu war betont süß, es war fast ein Sirup. Die Heidelbeeren waren leicht gegart und sehr aromatisch. Kleine Kügelchen aus Schokolade und rosa Pfeffer sorgten für eine pikante Note. Der Räucheraal war mit einer dünnen Karamellschicht überzogen, durch sein kräftiges Aroma kompensierte er die Süße der Sauce und sorgte so für ein harmonisches Geschmacksbild, sehr lecker.

Der Kabeljau war perfekt gegart und lag auf einem Bett aus Blattspinat und einer Art Bärlauch-Pesto. Als Beilage gab es eine geschmorte Tomate mit Mozzarella, etwas "Krabbenpopkorn" auf dem Kabeljau sorgte für ein paar knusprige Akzente. Dekoriert war das Gericht mit etwas Kresse. Ein harmonisches Gericht mit kräftigen Aromen, Klasse.

Nach dem Kabeljau gab es mit dem Steinbeisser noch eine Steigerung der Aromen. Der Fisch war bedeckt mit Miesmuscheln und Schinkenstreifen über die frischer Meerrettich gehobelt war. Die Hummer-Sauce hatte ein kräftiges Aroma und enthielt neben Erbsen und Silberzwiebeln ein paar schwarz/weiß gestreifte Nudeln (mit Sepia gefärbt). Auf die Silberzwiebeln hätte ich verzichten können (ich mag ohnehin keine Silberzwiebeln), der Meerrettich war überraschend dezent und nicht zu dominant. Ein Gericht mit vielfältigen kräftigen Aromen, sehr lecker.

Der Wasserbüffel war leicht rosa gebraten. Die Pfifferlinge waren schön aromatisch mit etwas Speck perfekt gebraten, die Bohnen waren al dente, soweit ganz lecker. Dominiert wurde das Gericht durch das Raz-al-Hanout (eine marokkanische Gewürzmischung), schon der Teller verströmte einen intensiven Geruch. Für meinen Geschmack etwas zu dominant, der Wasserbüffel kam dadurch nicht richtig zur Geltung.

Der Käsegang war leider der schwächste Teil des Menüs. Der Pfeffer-Pecorino war nur durchschnittlich und der Brie de Meaux hatte wenig Aroma. Die Tomaten-Konfitüre war dagegen sehr lecker.

Die Pflaumen wurden warm als Kompott gereicht, etwas Krokant sorgte für knusprige Akzente. Das Schokoladen-Eis war schön aromatisch, auch die Nougat-Lasange hatte ein feines Aroma, sehr lecker. Dekoriert war das Dessert mit einem Teigchip mit kräftigen Röstaromen.

Nach dem Menü wurden zum Espresso (3,00 €) noch zwei Pralinen von JoŽl Durand gereicht.

Die Pralinen sind alle mit Buchstaben beschriftet, in einem kleinen Büchlein kann man die Zusammensetzung nachlesen. Das Veilchenaroma war sehr ausgeprägt, die Kaffeenote in der zweiten Praline war eher dezent, beides sehr lecker.

Zu dem Menü hatte ich eine Flasche Taunusquelle (0,75 l für 5,00 €). Da ich nach dem Essen noch nach Hamburg fahren mußte kam eine Weinbegleitung leider nicht in Frage. Bei einem offenen Wein aus dem kleinen Menü bin ich dann doch schwach geworden. Zum Wasserbüffel gab es ein Glas 1999 Chateaux Leoville Barton, ein Deuxièmes Cru aus Saint-Julien (0,1 l für 19,00 €). Die Flasche wurde zu Beginn des Menüs geöffnet. Ein heute untypisch leichter Bordeaux mit nur 12,5 % Alkohol. Der Wein wurde sogar einmal nachgeschenkt.

Der Service war sehr nett und zuvorkommend. Da ich alleine am Tisch saß wurde ich noch mit "Fachliteratur" versorgt (Port Culinaire, Apero, Beef!).

Das Restaurant Titus belegt zur Zeit in Niedersachsen Platz 16, (Restaurant Ranglisten), hat 17 Punkte im Gault Millau aber keinen Michelinstern.

Chef de Cuisine ist Dieter Grubert, er bietet eine interessante Küche mit kräftigen Aromen ohne eine geschmackliche Harmonie aus den Augen zu verlieren. Der Wasserbüffel mit dem Raz-al-Hanout war da vielleicht eine Ausnahme. Insgesamt ein gelungener Abend.


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